Der, den, dem oder des…? Diese lästige deutsche Deklination…!

Zunächst einmal die gute Nachricht: Wenn Sie Deutsch lernen und jeden Tag, jede Woche, jeden Monat… eigentlich jeden Moment… stets mehr dazulernen, dürfen Sie die deutsche Deklination immer noch komplett falsch machen und die Deutschen werden Sie trotzdem verstehen…!
„Schönes Deutsch“ ist das dann natürlich nicht, das Sie mit einer unkorrekten deutschen Deklination sprechen, aber man kann dennoch begreifen, was Sie meinen. Sie wollen Deutsch verstehen und auf Deutsch verstanden werden. Kurzum, Sie können auf Deutsch kommunizieren. Das ist erst mal das Wichtigste. Aber diese Deklination, was ist das eigentlich…?

Konjugation & Deklination

In allen Sprachen unterscheiden wir zwischen Konjugation und Deklination.

Konjugation ist alles, was wir mit den Verben (lateinisch) machen – früher, als wir Grundschüler waren, nannte unsere Lehrerin die Verben für uns Kinder auf Deutsch auch noch „Tuwörter”. Konjugation ist die Beugung, das heißt die Veränderung der Wörter, die in den Sätzen, die wir sagen, eine Aktion ausdrücken. Hier folgt als Beispiel ein Schema der deutschen und englischen Konjugation im Präsens:

PersonalpronomenDeutsch – sprechenPersonal PronounEnglish – to speak
ichredeItalk
duredestyoutalk
er / sie / esredethe / she/ ittalks
wirredenwetalk
ihrredetyoutalk
sieredentheytalk
Sie (höflich/formell)redenyou (polite/official)

Wie man an diesem einen Beispiel erkennen kann, ist die deutsche Konjugation zwar etwas komplizierter als die englische, jedoch durchaus in kurzer Zeit erlernbar…! Hinzu kommt die gute Nachricht, dass die Konjugation sprachtechnisch gesehen, das heißt für eine funktionierende Kommunikation auf Deutsch sehr viel wichtiger ist als die Deklination.

Doch dieser Blog richtet sich ja nun an diejenigen unter Ihnen, die es ganz genau wissen wollen – die Deklination! – also an die Sprachschüler, die nicht nur unbedingt Deutsch lernen wollen, sondern auch noch eine stark ausgeprägte masochistische Ader haben.

Die deutsche Deklination: Der, den, dem, des…? Was soll das alles…?

Wenn es im Deutschkurs zum ersten Mal um die Deklination geht, stellt sich vielen Kursteilnehmern sofort die bohrende Frage, warum sie eigentlich einen Deutschkurs in Deutschland gebucht haben und keinen Surfkurs in der Karibik.

Diese paar Wochen Lebenszeit in der Karibik nur mit Surfbrett und ganz ohne deutsche Deklination wären so viel schöner gewesen und relaxter… doch nun ist es leider zu spät.

Glücklicherweise sind die meisten Deutschlehrer und Lehrerinnen aber auch sehr gute Psychologen und bereiten die Schülerinnen und Schüler in etwa so auf die Deklination vor:

„Liebe Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer, ich muss Ihnen jetzt leider etwas sagen. Es gibt keinen Nikolaus, keinen Weihnachtsmann, keinen Osterhasen und die Babys bringt auch nicht der Klapperstorch. Aber es gibt die deutsche Deklination. Wenn jemand von Ihnen jetzt weinen muss, kein Problem, ich habe Taschentücher.”

Die Deklination betrifft alle Nomen (lateinisch), auf Deutsch auch Nenn- oder Namenwörter genannt. Nomen beschreiben keine Aktion wie die Verben, sondern sie nennen einfach alle Lebewesen, konkrete und abstrakte Dinge und Zustände, die es im Universum so gibt, einfach beim Namen. Und von diesen Lebewesen, Dingen und Zuständen gibt es verdammt viele…

Zu den Nomen zählen alle deklinierbaren, das heißt alle veränderbaren Wörter, die etwas oder jemanden benennen, beschreiben oder definieren. Zu den Nomen gehören:

Pronomen= Fürwörter
Artikel= Geschlechtswörter
Substantive= Hauptwörter
Adjektive= Eigenschaftswörter
Nomen numerale= Zahlwörter

Haben Sie alles verstanden…? Nein…? Dann folgt hier ein Beispiel:

Der (Artikel) liebe (Adjektiv) Vater (Substantiv)

schenkt (Verb)

seinem (Possessivpronomen) Sohn (Substantiv)

einen (Artikel) zweiten (Nomen numerale) Fußball (Substantiv).

Der (Artikel) Sohn (Substantiv)

findet (Verb) ihn (Personalpronomen) toll.

Die (Artikel) Schwester (Substantiv)

des (Artikel) lieben (Adjektiv) Vaters (Substantiv)

kauft (Verb)

seiner (Possessivpronomen) Tochter (Substantiv)

eine (Artikel) zweite (Nomen numerale) Puppe (Substantiv).

Die (Artikel) Tochter (Substantiv)

findet (Verb) sie (Personalpronomen) toll.

In diesem zweiten fast identischen Satz zählen wir nun – ohne „Die Schwester“, die eine Person mehr ist als im ersten Satz – 8 Veränderungen. Diese Veränderungen nennt man Deklination. Möchten Sie immer noch Deutsch lernen? Wirklich? Obwohl Sie nichts verstanden haben? Respekt, Sie sind hart im Nehmen.

Ohne Genus und Numerus keine Deklination!

Um die deutsche Deklination irgendwann beherrschen zu können, muss der oder die Deutschlernende eines von Anfang an wissen und wirklich bitter, bitter ernst nehmen:

Im Deutschen sind alle Substantive – wirklich alle – je nach Genus entweder maskulin (männlich), feminin (weiblich), neutral (sächlich) und stehen je nach Numerus im Singular (Einzahl) oder im Plural (Mehrzahl), wenn es sich denn um mehrere identische Substantive handelt. Abhängig vom Genus und Numerus, das heißt also abhängig vom grammatikalischem Geschlecht des Substantivs und der Anzahl ist auch der Artikel anders. Den Artikel nennt man auf Deutsch daher auch „Geschlechtswort“. Hier ein Vergleich des deutschen bestimmten Artikels mit dem englischen und polnischen bestimmten Artikel im Nominativ, also im einfachsten Fall:

GenusDeutschEnglishPolski
M = maskulinder Vaterthe father ojciec
F = feminindie Mutterthe mother matka
N = neutraldas Kindthe child dziecko
PL = Pluraldie Kinderthe children dzieci

Jetzt mal Hand aufs Herz: Welche der drei Sprachen macht auf Sie den komplizierteren Eindruck? Vielleicht Polnisch, das wie die anderen slawischen Sprachen gar keine Artikel kennt? Oder etwa Englisch mit seinem immer gleichen Artikel „the“…?

Das Einzige, was am englischen Artikel „the“ kompliziert ist, ist die Tatsache dass man beim Aussprechen von „the“ so tun muss, als ob man lispelt. Und dies, obwohl man sich als Kind das Lispeln erst mal mühsam abgewöhnt hat. Und da kommen die Engländer und sagen, dass wir alle wieder lispeln sollen. Aber das ist ein anderes Thema und auch wirklich das einzig Komplizierte an diesem englischen bestimmten Artikel.

Warum sind deutsche Kinder eigentlich neutral?

Mit Blick auf die Tabelle oben denkt nun manch einer von Ihnen: „Moment…! Das ist doch logisch, dass es „der Vater“ heißt, denn ein Vater ist doch maskulin und ein Mann…! Und natürlich ist es „die Mutter“, denn die Mutter ist doch feminin und eine Frau…! Also Deutsch ist wirklich einfach. Mein B2 habe ich so gut wie in der Tasche. Bingo.“

Nur bei „das Kind“ stutzen Sie auf einmal. Wenn Sie eigene Kinder haben, überlegen Sie plötzlich fieberhaft, ob eines davon vielleicht neutral sein könnte und dass Ihnen das vielleicht bloß nie aufgefallen ist! Sie fühlen sich auf einmal als schlechter Vater oder schlechte Mutter, weil Sie nichts davon gemerkt haben. Dann schütteln den Kopf – nein, nein… Ihre Kinder sind nicht neutral – und rufen sich danach alle Kinder in Erinnerung, die Ihnen jemals in Ihrem ganzen Leben begegnet sind, und kommen zu dem Schluss, dass doch all diese Kinder entweder männlich oder weiblich waren… Sie fragen sich nun, warum die Deutschen neutrale Kinder haben und wie das wohl mit der Vermehrung bei den Deutschen klappt, mit solchen neutralen Kindern… Denn neutrale Kinder werden ja auch irgendwann mal groß und dann…?

So viel zur Erklärung: Auch in Deutschland gibt es keine neutralen Kinder, nur das Wort „Kind“ ist neutral.
Und das hat auch einen ganz praktischen Vorteil: Stellen Sie sich vor, Sie sehen auf 100 Meter Entfernung ein ca. 6-jähriges Kind, das Sie nicht kennen. Das Kind hat halblange braune Haare, trägt Jeans, T-Shirt und Turnschuhe. Das Kind könnte männlich oder weiblich sein. Sie erkennen das auf die Entfernung einfach nicht.
Ein Spanier zum Beispiel muss sich in dieser Situation auf Teufel komm raus entscheiden, was für ein Kind er da sieht, entweder „el niño“ (männlich) oder „la niña“ (weiblich), denn ein neutrales Wort für „Kind“ gibt es auf Spanisch nicht. Der Spanier kann also entweder das eine oder das andere sagen, hat aber immer ein
50-prozentiges Risiko, dass er auf die Entfernung mit seiner Benennung für das Kind komplett falsch liegt.

Nun lehnen Sie sich vielleicht bequem im Stuhl zurück und denken: „Die spinnen doch, die Deutschen. Wie oft sieht man schon auf 100 Meter Entfernung ein Kind, das man nicht kennt, und will auch noch darüber reden… Ist doch egal, was für ein Kind das ist. Und das Kind hört ja auch nicht, was ich sage, geschweige denn das, was ich nur denke und noch nicht mal sage.“

Eine deutsche Wand kann man nicht heiraten.

Dieser Gedanke ist durchaus berechtigt, doch bevor Sie sich zu weit in Ihrem Stuhl zurücklehnen, führen Sie sich bitte das folgende Schema zu Gemüte:

Deutsch
GenusPersonen und Tiere

 

PersonalpronomenObjektePersonalpronomen
Mder Sohnerder Tischer
Fdie Tochtersiedie Wandsie
Ndas Pferdesdas Bettes
PLdie Pferdesiedie Bettensie

Wie Sie sehen, ist es im Deutschen völlig egal, ob man über ein lebendes Wesen oder über ein lebloses Objekt spricht. Alle konkreten und abstrakten Dinge sind auch als Personalpronomen entweder er (maskulin), sie (feminin), es (neutral) oder eben sie (Plural). Dass ein Bett auf Deutsch „es“ ist, also sächlich, beruhigt die meisten Kursteilnehmer. Mit der Tatsache, dass ein Tisch „er“ ist, das heißt männlich, können die meisten Deutschlernenden auch noch leben. Aber warum eine Wand eine „sie“ sein soll und damit weiblich, das will den meisten Kursteilnehmern einfach nicht in den Kopf. Eine Wand ist doch groß und stark! Eine Wand ist doch keine Frau! Frauen sind doch schön, lieb und… anschmiegsam… Aber eine Wand ist das nicht. Also nun wirklich nicht.

Das ist absolut richtig. Deutsche Wände sind auch keine Frauen. Und noch nie hat ein deutscher Mann eine Wand geheiratet. Sich in eine Wand verliebt… das vielleicht… ja… aber jeder Antrag, eine Wand heiraten zu dürfen, wurde von allen deutschen Standesämtern bisher immer strikt abgelehnt. Begründung: Nicht die Wand ist weiblich, sondern nur das Wort „Wand“ ist weiblich.

Zum Vergleich hier das englische Schema:

English
genderpersons

and animals

 

personal pronounobjectspersonal pronoun
Mthe sonhethe tableit
Fthe daughtershethe wallit
Nthe horsehe / she / it…???the bedit
PLthe horsestheythe bedsthey

Beim bestimmten Artikel „the“ müssen wir auf Englisch erst mal wieder 8 Mal lispeln – aber das kennen wir ja schon – und alle leblosen Objekte sind auf Englisch „it“, also „es“. Aber was ist bloß mit dem Pferd los, „the horse“…?

Die englische Regel besagt, dass man jedes Tier (animal), auch ein Pferd, erst mal „it“, also „es“ nennen darf, es sei denn man hat eine emotionale Bindung zu dem Pferd. Dann darf man auch „he“ oder „she“ sagen, also „er“ oder „sie“.

Jetzt mal ehrlich, haben Sie Zeit und Lust, jedes einzelne Pferd auf dieser Welt zu besuchen, um herauszufinden, ob Sie eine emotionale Bindung zu ihm haben…? Nein? Eben. Dann lernen Sie doch lieber Deutsch! Auf Deutsch dürfen Sie jedes Pferd „es“ nennen, ohne dadurch auch nur irgendeinem Pferd emotional zu nahe zu treten.

Der bestimmte Artikel – ein falscher didaktischer Ansatz.

In den meisten Lehrwerken für die deutsche Sprache wird der grundlegende Fehler begangen, die Deklination, zum Beispiel die Veränderung der bestimmten Artikel „der/die/das/die“ (Nominativ) im Akkusativ und Dativ

GenusNominativAkkusativDativ
Mderdendem
Fdiedieder
Ndasdasdem
PLdiedieden

eben genau anhand der bestimmten Artikel erklären zu wollen. Ein Versuch, der meistens von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.

Denn was sollen diejenigen Sprachschüler mit dieser Information anfangen, die in ihrer Muttersprache gar keine Artikel kennen? Oder die Muttersprachler, die zwar einen Artikel in ihrer Sprache haben, der sich aber nie verändert, wie z.B. auf Englisch oder Arabisch.

Auch die Sprecher romanischer Muttersprachen wie etwa Französisch, Spanisch oder Italienisch sind nicht wirklich glücklich mit diesem didaktischen Ansatz. Zwar unterscheidet man in ihren Sprachen beim Artikel auch zwischen maskulin und feminin. Einen neutralen Artikel gibt es in diesen Sprachen aber nicht.
Hinzu kommt, dass längst nicht alle Substantive, die auf Deutsch z.B. maskulin sind, auch in den romanischen Sprachen maskulin sind. Dies ist zwar manchmal so – zufälligerweise – aber eben nicht immer. Außerdem sieht man den allermeisten Substantiven der romanischen Sprachen am Wortende an, ob sie maskulin oder feminin sind. Im Spanischen und Italienischen enden maskuline Substantive zumeist auf ein „-o“ und die femininen auf ein „-a“. Auf Französisch wird den meisten femininen Substantiven am Wortende ein „-e“ angefügt. Da weiß man halt was man hat. Aber auf Deutsch…?

Nichts an den Substantiven:

Tisch
Wand
Bett
Betten

verrät denen, die Deutsch lernen möchten, ob das jeweilige Wort maskulin, feminin oder neutral ist. Nicht einmal der Plural wird erkannt. Schön… der Plural von „das Bett“ ist „die Betten“ und endet auf „-en“, aber „Garten“ endet auch auf „-en“, ist aber Singular.

Die reine Wahrheit ist, dass jeder Sprachschüler, der die deutsche Deklination erlernen möchte, jedoch nicht willens ist zu lernen, welche deutschen Substantive im Nominativ „der“, „die“, „das“ oder „die“ (Plural) sind, die ganze Deklination im Akkusativ, Dativ und Genitiv gleich komplett vergessen kann. Aus und vorbei. Sparen Sie sich die Mühe.

Mnemotechnik – die Methode des assoziativen Memorierens.

Doch wenn man es wirklich will, wie merkt man sich dann, ob ein deutsches Substantiv im Nominativ „der“, „die“, „das“ oder „die“ (Plural) ist…?

Dazu gibt es verschiedene Methoden. Manche Deutschdozenten empfehlen ihren Schülern, in den Vokabellisten mit Farben zu arbeiten und mit einem Textmarker alle maskulinen Substantive blau, alle femininen rot, alle neutralen grün und alle Pluralformen z.B. gelb zu markieren. Wenn man als Mensch besonders visuell eingestellt ist, dann mag diese Methode vielleicht helfen.
Manche Verlage für Lehrwerke übernehmen diesen Job mit der farblichen Markierung sogar schon für die Deutschlernenden und drucken in den Wortschatzlisten die Substantive je nach Genus von vornherein in den oben genannten Farben ab.
Diese wohlgemeinte Hilfe ist natürlich völlig sinnlos, denn so hat der Sprachschüler gar keine Chance mehr, sich selbst AKTIV mit dem Genus eines deutschen Substantivs auseinanderzusetzen und sich das Genus mittels einer eigenen AKTIVITÄT zu merken.

Viel effektiver ist die Methode des assoziativen Memorierens. „Des was, bitte schön…?!“, denken Sie jetzt vielleicht. Doch die Methode ist ganz einfach:

Stellen Sie sich Ihren Vater, Ihre Mutter und Ihr Pferd vor. Natürlich müssen Sie nicht wirklich ein Pferd haben, Sie müssen es sich nur vorstellen. Dass ein Pferd auf Deutsch neutral ist, das wissen Sie ja inzwischen. Und schon geht’s los:

SubstantivAssoziation in Ihrer MutterspracheArtikel + Substantiv im Deutschen
TischMein Vater sitzt am Tisch.Aha…!            der Tisch…!
WandMeine Mutter streicht die Wand weiß.Aha…!            die Wand…!
BettMein Pferd liegt in meinem Bett.Aha…!               das Bett…!
BettenMeine zwei Pferde liegen in meinen zwei Betten.Aha…!           die Betten…!

Das Schöne an der Assoziationsmethode ist, dass Sie die Situation mit Ihrem Vater, Ihrer Mutter oder Ihrem Pferd, in der das deutsche Substantiv vorkommt, in Ihrer Muttersprache denken dürfen! Sie müssen das deutsche Substantiv vor der Assoziation nur einmal laut auf Deutsch sagen – ohne Artikel – und dann noch einmal laut nach der Assoziation, aber dann mit Artikel.

Wenn Sie Ihren Vater, Ihre Mutter oder Pferde nicht leiden können, dann können Sie auch an eine andere männliche bzw. weibliche Person denken und auch an ein anderes Tier.

Im tierischen Angebot hätten wir da zum Beispiel: das Huhn, das Schaf oder das Krokodil…

Also, wenn Sie lieber ein Krokodil im Bett haben, prima, nur zu…!

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass man mit der Methode des assoziativen Memorierens – auch Mnemotechnik genannt – so gut wie keine Information mehr vergisst! Egal, ob Sie sämtliche deutschen Postleitzahlen und die dazugehörigen Orte oder die korrekten Artikel aller deutschen Substantive lernen wollen!

Das Personalpronomen – Ihr Retter in der deutschen Deklination!

Nachdem Sie nun gelernt haben, wie Sie sich mithilfe der Mnemotechnik die korrekten Artikel der deutschen Substantive merken, geht es nun ans Eingemachte, die Deklination!

Da es in manchen Sprachen gar keine Artikel gibt, in anderen Sprachen nur einen einzigen Artikel, der sich nicht ändert, in anderen Sprachen wiederum der neutrale Artikel fehlt und/oder das Genus der maskulinen und femininen Wörter nicht mit dem Genus der deutschen Wörter übereinstimmt, sollten Sie beim Deklinieren zunächst mal gar nicht an die Artikel denken!

„Ja, woran denn dann…?“, fragen Sich jetzt bestimmt. Die Antwort ist: Denken Sie an Personalpronomen! Denn Personalpronomen gibt es zumindest im Nominativ, Akkusativ und Dativ in allen Sprachen. Um dies zu verdeutlichen, bemühen wir wieder den Vergleich zwischen der deutschen und der englischen Sprache. Den Genitiv lassen wir der Einfachheit halber weg, da man auf Deutsch bis einschließlich Niveau B2 auch fabelhaft ohne den Genitiv kommunizieren kann.

Nominativ = SubjektAkkusativ = Direktes ObjektDativ =

Indirektes Objekt

 

GenusDeutschEnglischDeutschEnglishDeutschEnglish
Merheihnhimihmto him / for him
Fsieshesieherihrto her / for her
Nesitesitihmto it / for it
PLsietheysiethemihnento them / for them

Wie Sie am Akkusativ und Dativ erkennen können, gibt es im Englischen beim Personalpronomen genau wie im Deutschen auch einige Veränderungen. Beim Akkusativ gibt es im Englischen sogar zwei Veränderungen mehr als im Deutschen. Beim Dativ ist es andersherum. Da weist die deutsche Sprache eine Veränderung mehr auf. Ebenso sehen Sie, dass die englischen Personalpronomen im Dativ identisch mit denen im Akkusativ sind. Das einzige, was hinzukommt, ist eine Präposition. Das ist der englische Dativ.

Von der Theorie zur Praxis: Deklination…? Ein Kinderspiel…!

Um im Deutschen korrekt deklinieren zu können, folgen Sie am besten diesen vier Schritten:

  1. Sie wissen dank der Mnemotechnik, wie der Artikel der im Satz beteiligten deutschen Substantive im Nominativ lautet: Entweder „der“ (M) / „die“ (F) / „das“ (N) oder „die“ (PL).
  1. Ab jetzt denken Sie nicht mehr an die Artikel in Ihrer Muttersprache, die es möglicherweise gar nicht oder nur zum Teil oder eben anders gibt, sondern Sie denken in Ihrer Muttersprache einfach nur noch an „er“ (M) / „sie“ (F) / „es“ (N) oder „sie“ (PL), denn diese Personalpronomen gibt es in Ihrer Sprache…!
  1. Sie stellen sich vor, dass die deutschen Substantive in Ihrer Muttersprache zu „er“ (M) / „sie“ (F) / „es“ (N) oder „sie“ (PL) werden – auch wenn dies in Ihrer Muttersprache nicht (immer) korrekt ist.
  1. Dann analysieren Sie einen deutschen Satz mithilfe der Personalpronomen in Ihrer Muttersprache.

Hier folgt ein deutsch-englischer Vergleich. In jedem der vier deutschen Sätze sind jeweils alle beteiligten Substantive entweder maskulin (M), feminin (F), neutral (N) oder Plural (PL). Kursiv und mit „Anführungszeichen“ geschrieben ist was auf Englisch eigentlich falsch ist, aber auf Deutsch logisch.

In diesem deutschen Satz sind Subjekt, Akkusativ- und Dativ-Objekt MASKULIN:

Der Vater (Subjekt) gibt dem Sohn (Dativobjekt) den Ball (Akkusativobjekt).

The father (Subjekt) gives the ball (Akkusativobjekt) to the son (Dativobjekt).

Er (Subjekt) gibt ihn (Akkusativobjekt) ihm (Dativobjekt).

He (Subjekt) gives „him” (Akkusativobjekt)  to him (Dativobjekt).

In diesem deutschen Satz sind Subjekt, Akkusativ- und Dativ-Objekt FEMININ:

Die Mutter (Subjekt) kauft der Tochter (Dativobjekt) die Puppe (Akkusativobjekt).

The mother (Subjekt) buys the doll (Akkusativobjekt) for the daughter (Dativobjekt).

Sie (Subjekt) kauft sie (Akkusativobjekt) ihr (Dativobjekt).

She (Subjekt) buys „her“ (Akkusativobjekt) for her (Dativobjekt).

In diesem deutschen Satz sind Subjekt, Akkusativ- und Dativ-Objekt NEUTRAL:

Das Kind (Subjekt) gibt dem Pferd (Dativobjekt) das Gras (Akkusativobjekt).

The child (Subjekt) gives the grass (Akkusativobjekt) to the horse (Dativobjekt).

Es (Subjekt) gibt es (Akkusativobjekt) ihm (Dativobjekt).

„It” (Subjekt) gives it (Akkusativobjekt) to it (Dativobjekt).

In diesem deutschen Satz stehen Subjekt, Akkusativ- und Dativobjekt im PLURAL:

Die Kinder (Subjekt) leihen den anderen Kindern (Dativobjekt) die Bücher (Akkusativobjekt).

The children (Subjekt) lend the books (Akkusativobjekt) to the other children (Dativobjekt).

Sie (Subjekt) leihen sie (Akkusativobjekt) ihnen (Dativobjekt).

They (Subjekt) lend them (Akkusativobjekt) to them (Dativobjekt).

Wenn Sie diese vier Sätze in Ihrer Muttersprache sagen oder denken und dabei nur die Personalpronomen verwenden, werden Sie feststellen, dass es den Akkusativ auch in Ihrer Sprache gibt und dass der Dativ in Ihrer Sprache höchstwahrscheinlich eine Kombination aus Akkusativ + Präposition ist.

Erst wenn Sie dieses System, dass es in allen Sprachen gibt, verstanden – oder besser noch – verinnerlicht haben, werden Sie deutsche Sätze wie die folgenden mühelos analysieren und schließlich auch selbst auf Deutsch generieren.

Der Lehrer gibt dem Schüler einen Tipp.

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